
Die britische politische Landschaft hat sich innerhalb weniger Tage dramatisch veraendert. BBC-Politikredakteur Chris Mason berichtet, dass zwei grosse Ereignisse am Montag die Richtung der britischen Politik grundlegend veraendert haben. Erstens kuendigte Keir Starmer offiziell seinen Ruecktrittsplan an. Zweitens gab Wes Streeting - zuvor als Burnhams staerkster Rivale angesehen - seine volle Unterstuetzung fuer den ehemaligen Buergermeister von Greater Manchester.
Dies bedeutet, dass Burnham, der erst seit einer Woche MP fuer Makerfield ist, innerhalb eines Monats Premierminister werden koennte. Wenn dies verwirklicht wird, waere er der fuenfte Premierminister Grossbritanniens in vier Jahren - ein Rekord politischer Instabilitaet, der in der modernen britischen Demokratiegeschichte selten zu sehen ist.
Einer der bezeichnendsten Momente war die Anwesenheit von Kanzlerin Rachel Reeves bei Burnhams Veranstaltung. Reeves fehlte auffaellig, als die Downing Street-Mitarbeiter Starmer bei seiner Ruecktrittsankuendigung Tribut zollten. Dies hat Spekulationen ausgeloest, dass Reeves sich bereits mit dem Burnham-Lager verbuendet. Interne Quellen sagen jedoch, dass Burnham Reeves hoechstwahrscheinlich nicht behalten wird, angesichts ihrer engen Verbindung zur Starmer-Regierung.
Einige fluestern sogar, dass Wes Streeting Reeves als Kanzler ersetzen koennte, obwohl Streeting Mason gegenueber bestritt, dass Burnham ihm die Position angeboten haette. Klar ist, dass eine grosse Kabinettsumbildung erwartet wird, falls Burnham Premierminister wird.
Allerdings ist nicht jeder in der Labour-Partei mit diesem Szenario zufrieden. Ein Minister erinnerte daran, dass Burnham bereits zweimal bei Labour-Fuehrungswahlen gescheitert ist - er verlor gegen Ed Miliband und Jeremy Corbyn, zwei Persoenlichkeiten, die ebenfalls keine allgemeinen Wahlen gewinnen konnten. "Er hat gegen zwei Verlierer verloren," sagte der Minister unverbluemt.
Ein weiteres Problem ist der Mangel an politischen Details von Burnham. Waehrend des Nachwahlkampfs konzentrierte er sich hauptsaechlich auf lokale Themen wie Verkehr und Gesundheitsversorgung in Greater Manchester. Es gab keine detaillierten Aussagen zur Aussenpolitik, Verteidigung oder seiner Wirtschaftsstrategie. Eine Labour-Persoenlichkeit beschrieb die Situation als "zu einem Zug eilen, der gleich den Bahnhof verlaesst, ohne eine Ahnung, wohin er faehrt."
Mehrere Labour-Abgeordnete versuchen nun, Darren Jones, den Chefsekretaer des Premierministers, zu ueberreden, als alternativer Kandidat anzutreten. Jones gilt als sichereres Profil mit relevanterer Regierungserfahrung. Jones' Freunde sagen jedoch, dass er wahrscheinlich nicht antreten wird, obwohl er es nicht voellig ausgeschlossen hat.
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