
Westeuropa erlebt eine extreme Hitzewelle, die mehrere Temperaturrekorde bricht. Frankreich verzeichnete am Mittwoch mit 30°C den höchsten nationalen Temperaturindikator aller Zeiten, den höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1947. Die Höchsttemperaturen in Westfrankreich lagen zwischen 39°C und 43°C, wobei 43°C in der Region Poitou-Charentes-Val de Loire gemessen wurden, etwas niedriger als die 44,3°C, die am Dienstag in Pissos verzeichnet wurden.
Die direkten Auswirkungen sind im Tourismussektor spürbar. Der Louvre und der Eiffelturm schlossen früher, da sie nicht ausreichend an extreme Hitze angepasst sind. Ein Sprecher des Louvre erklärte, das Gebäude sei nicht ausreichend auf den Klimawandel vorbereitet. In Großbritannien erreichten die Temperaturen am Mittwoch in Gosport, Hampshire 36,1°C und brachen damit den Rekord für den heißesten Junitag. Wettervorhersagen sagen mögliche 38°C für Donnerstag voraus.
Spanien erlebt ebenfalls glühende Hitze mit täglichen Durchschnittstemperaturen von 28,17°C am Dienstag, der höchsten jemals für Juni gemessenen Temperatur. Rote Warnungen gelten weiterhin für Teile Nordspaniens, mit Höchsttemperaturen von 42°C im Baskenland. Italien hat 16 rote Warnungen, hauptsächlich in Nord- und Mittelitalien. Die Hitzewelle wird sich am Wochenende auch auf Deutschland, die Niederlande und Belgien ausdehnen.
Deutschland meldete mehrere Ertrinkungsfälle, darunter einen 26-jährigen Mann, der nach dem Eintritt in die Donau bei Regensburg starb. Die Behörden in Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen fordern die Bürger zum sparsamen Wasserverbrauch auf. In Stuttgart und Freiburg wurden Grillverbote verhängt. Der niederländische KNMI gab orangefarbene Warnungen für Süd- und Mittelgebiete heraus, die auf eine hohe Wahrscheinlichkeit gefährlichen Wetters hinweisen, mit Höchsttemperaturen von 37°C und möglichen 39°C am Freitag.
Die Hitzewelle wird sich in den kommenden Tagen auf Osteuropa ausdehnen, mit schweren Hitzewarnungen für Polen, Kroatien und Ungarn. Ab Freitag wird eine allmähliche Abkühlung erwartet. Laut Copernicus ist Europa jedoch der am schnellsten erwärmende Kontinent mit einer doppelt so hohen Erwärmungsrate wie der globale Durchschnitt, was bedeutet, dass Hitzewellen wie diese in den kommenden Jahren immer häufiger und intensiver werden.
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